Wie Musik funktioniert

Acht kurze Lektionen darüber, was ein Notensystem dir eigentlich sagt. Zu jeder gibt es etwas zum Spielen — lies den Absatz, dann hör ihn dir an.

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  • 1

    Ein Notensystem ist ein Bild der Tastatur

    Die fünf Linien und die vier Zwischenräume dazwischen sind neun benachbarte weiße Tasten. Weiter oben auf der Seite heißt weiter rechts am Klavier, und eine Note eine Stufe über einer anderen ist die nächste weiße Taste nach oben. Das ist die ganze Idee — alles andere ist ein Detail darauf.

  • 2

    Halbton und Ganzton

    Der kleinste Schritt am Klavier geht zur direkt benachbarten Taste, schwarz oder weiß: ein Halbton. Zwei davon ergeben einen Ganzton. Ein Kreuz hebt einen Ton um einen Halbton, ein Be senkt ihn — deshalb hat jede schwarze Taste zwei Namen: dieselbe Taste, von der einen oder der anderen Seite erreicht.

  • 3

    Derselbe Ton, weiter oben

    Zähl von einem beliebigen Ton zwölf Tasten aufwärts, schwarze wie weiße, und du landest auf einem, der wieder gleich klingt, nur höher — eine Oktave. Auf den weißen Tasten sind das acht, von C bis zum nächsten C. Sie ist das eine Intervall, das jedes Ohr ungelernt erkennt, und der Grund, warum die Tastatur dieselben zwölf Tasten wiederholt statt achtundachtzig verschiedene zu haben.

Tonarten und Tonleitern

  • 4

    Die Dur-Tonleiter

    Spiel auf den weißen Tasten von C bis C und du hast eine Dur-Tonleiter: ganz, ganz, halb, ganz, ganz, ganz, halb. Dur klingt sie wegen dieses Musters, nicht wegen der Töne selbst — fang irgendwo an, behalte das Muster, und du bekommst dieselbe Helligkeit an anderer Stelle.

  • 5

    Die Moll-Tonleiter

    Fang stattdessen auf A an und spiel dieselben weißen Tasten: das Muster verschiebt sich, die dritte Stufe liegt jetzt einen Halbton näher an der ersten. Dieser eine kleinere Abstand ist das meiste von dem, was Leute als traurig hören. Gleiche Tasten, anderer Startpunkt, anderes Gefühl.

  • 6

    Warum ein Stück Kreuze mitbringt

    Das Dur-Muster von einem anderen Ton als C aus beizubehalten heißt, dass ein paar Tasten wandern müssen. Fang auf G an, und der siebte Ton muss F♯ sein, sonst bricht das Muster. Statt dieses Kreuz vor jedes F zu schreiben, stehen die Vorzeichen einmal am Anfang — mehr sind sie nicht: die Kreuze und Bes, die dieses Stück voraussetzt.

    G-Dur hat F♯.

Wie Akkorde entstehen

  • 7

    Drei Töne ergeben einen Akkord

    Nimm einen Ton, überspring einen, nimm den nächsten, überspring einen, nimm den nächsten: das ist ein Dreiklang, der Akkord, aus dem fast alle Musik gebaut ist. Auf C kommt C, E, G heraus. Weil du jede zweite Stufe überspringst, sieht die Form auf dem Papier aus wie ein Schneemann — drei Notenköpfe übereinander, ohne Lücke.

  • 8

    Dur und Moll, eine Taste auseinander

    Der mittlere Ton trägt die Stimmung. Senk ihn um einen Halbton, und aus einem Dur-Akkord wird ein Moll-Akkord. Eine einzige Taste Unterschied, und der Klang ist ein völlig anderer — das hört man besser, als man es liest.

Das waren alle 8. Im Glossar stehen die Zeichen selbst, und die kleinen Werkzeuge warten da, wenn du etwas nachschlagen willst.